Angekommen im Donau Delta | Entering the Danube Delta

Eine kleine Neuerung in diesem Post. Die deutsche und die englische Version stehen nun nicht mehr untereinander sondern jeden Absatz gibt es zweimal, einmal in jeder Sprache. Es ist ein Experiment und ich würde mich sehr freuen, eure Meinung dazu zu hören. Stört es den Lesefluss oder ist es besser?

This post is a little experiment. Instead of having first the German and then the English version, the language chances after every passage. I’m curious to know whether you like that or not. Does it disturb the reading or is it an improvment? Let me know!

Nachdem ich mich für das Thema Naturschutz in Rumänien entschieden hatte, war sehr schnell klar, dass ich ins Donau Delta muss. Die Liste der Gründe dafür ist lang. Das Donau Delta ist das zweitgrößte Delta Europas, es ist das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet Europas und viele, vielen Menschen kommen jedes Jahr ins Delta um die größte Pelikankolonie Europas zu bewundern.
Und zuerst sah es auch so aus, als würde alles reibungslos klappen. Ich schrieb Mails an verschiedene Umweltorganisationen in Rumänien und wurde zu einer Tour durchs Delta eingeladen. Zwei Tage bevor es losgehen sollte, wurde mir allerdings ein Strich durch die Rechnung gemacht. Weil viele der anderen Touristen abgesagt hatten, kostete die fünf tägige Tour nun 290 € und somit definitiv zu viel für mich. Schweren Herzens sagte ich ab und machte mich auf den Weg das Delta auf eigene Faust zu entdecken.

After I decided to write about nature and nature-protection in Romania it was pretty clear that I had to go to the Danube Delta. There are several reasons for that decision. The Danube-Delta is the second biggest delta in Europe, it is the biggest border-crossing protection area in Europa and every year many tourist come to see Europe’s biggest pelican sanctuary.
First, it looked like everything would work out really easily. Before going to Romania I wrote mails to several nature-organisations and one of them offered me to join them on a trip through the delta. Two days before the tour was supposed to start they called me to say that a lot of the other participants canceled. Due to that the price for the tour rose to 290€. I couldn’t afford tour anymore and so I decided to discover the Danube Delta on my own.

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Tulcea ist das Eingangstor zum Delta, von dort aus geht es mit einem großen Schiff weiter hinein. Straßen gibt es kaum, und wenn sind die so schlecht, dass sie kaum befahrbar sind. Die Hauptverkehrswege im Delta sind die drei größten Kanäle, Chilia, Sulina und Sfantu-Gheorghe. Ich entschied mich für den mittleren, den Sulina-Arm. Mein Plan war es an einem der kleinen Dörfer auszusteigen und dort Fischer zu finden, die mich weiter ins Delta mitnehmen würden.

If you want to go to the Delta, you have to go through Tulcea. From there ferries transport you to the villages of the Delta. There are nearly no roads in the Delta. The main roads are however the three big canals Chilia, Sulina and Sfantu-Gheorghe. I decided to go for the Sulina-canal, the one in the middle. My plan was to get out at one of the small villages and find a local fisher whom I could join for a tour further into the delta.

Der erste Teil klappte sehr gut. Nach circa zwei Stunden lief ich im strahlenden Sonnenschein hinunter vom Schiff und hinein ins malerische Dörfchen Crisan.

The first part worked out just perfect. After approximately two hours I reached the beautiful little village Crisan.

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In der Pension, die ich mir für die erste Nacht ausgesucht hatte, fragte mich die Wirtin gleich, ob ich am nächsten Tag eine Tour durchs Delta wolle. Sie kennen jemanden der mich für 60 Lei ( etwa 20€) die Stunde mitnehmen würde. Ich zahlte 40 Lei für die Unterkunft (10 €) und musste ja auch noch was essen… die Tour war also zu teuer für mich. In den nächsten Tagen wurden mir noch verschiedene Touren angeboten. Einige auch deutlich günstiger, so zum Beispiel 30€ für einen ganzen Tag. Aber auch das war zu teuer für mich.
Ich teile die Frustration über die hohen Preise mit den Einheimischen. Es ist nämlich nicht so, dass die Preise willkürlich höher als im Rest des Landes sind. Eine Frau, die grade ein Haus bauen will, erzählte mir, dass ein Sack Zement, der in Deutschland 2€ kostet hier 10€ kostet. Und zwar ohne den Transport per Schiff nach Crisan. In jedem rumänischen Dorf gibt es einen kleinen Dorfladen in dem man kiloweise lose Kekse und Waffeln kaufen kann. In Maramures kostet das Kilo des einfachsten Kekse 1 Leu. In Crisan 7 Lei…
Das Benzin für die kleinen Boote mit Außenbordmotor, die als Autoersatz im Delta dienen, kommt mit einer schwimmenden Tankstelle in die Dörfer. Der Liter Benzin kostet sogar noch mehr als in Deutschland.
Gleichzeitig ist das Delta eine der ärmsten Regionen Rumäniens. Außer Tourismus und Fischfang gibt es hier eigentlich keine Arbeit.

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The hostess of my first pension asked me immidiately if I wanted to go for a tour through the delta on the very next day. She’d know somebody who could give me a tour for 60 Lei (about 20€) an hour. For staying at the pension I payed 40 Lei (10€) and I still needed to eat something… so this tour was a way to expensive for me. In the next day I more tours were offered to me. Some of them cheaper as the first one, one offered to drive me around a whole day for just 30€. Anyway, for me that still was too expensive.
I share the frustrations about the high prices with the locals. It’s not without reasons that the prices are higher in the Danube Delta than in the rest of the country. A woman who is building a house at the moment told me that she had to pay 10€ for a bag of cement which would cost 2€ in Germany. The transportation via ship to Crisan not included. In every Romanian village is a small supermarket where you can buy cookies sold by the kilo. In Maramures I paid 1 Leu for the simplest cookies, in Crisan they would cost 7 Lei.
The petrol for the small boots every locals owns comes with a swimming petrol station to the villages. One liter petrol is even more expensive than in Germany.
In the meantime the Delta is one of the poorest regions in Romania. Tourism and fishing are about the only things to earn money with.

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Statt mit dem Boot durch die verschlungenen Kanäle des Deltas zu tuckern unternahm ich also ausgedehnte Spaziergänge durch Crisan. Crisan streckt sich etwa 10 Kilometer am Kanalufer entlang, die Hauptstraße ist das Wasser, der Gehweg ein staubiger Weg daneben. Auf einem Spaziergang entdeckte ich ein Plakat an der Dorfschule. Irgendwas mit Natur, Projekt und Kinder stand drauf. Um herauszufinden um was es geht, klopfte ich an die Schultür. Die Englischlehrerin war leider schon zuhause, ansonsten sprach niemand Englisch aber nachdem verstanden wurde, dass ich mich für die Umweltprojekte der Schule interessiere, beauftragten der Mathelehrer und die Rumänischlehrerin ein kleines Mädchen mich zu Monica zu bringen. Monica sei zuständig für die Projekte und spreche außerdem englisch verstand ich.
Das etwa zehnjährige Mädchen lief schweigend neben mir her, lächelte mich ab und zu an und lieferte mich schließlich am Gartenzaun eines weißen, strohgedeckten Hauses ab.

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Instead of discovering small canals by boot I had long walks through the village of Crisan.
Crisan spreads about 10 kilometer at the riverside. The mainroad is the Sulina-canal, the pedestrain way is the dusty road next to it. During one of my walks I saw a poster informing about something with nature and children on the local school walls. In order to find out more about it I knocked on the school door. The English-teacher went home already and no one else spoke english. In spite of the Romanian and the math teacher understood that I was interested in the school’s nature projects. The put a little girl in charge to bring me to Monica. Monica, they told me, is the one who organizes all project and speaks English, too. The little girl walked me there quietly. Sometimes she would shyly smile at me. We stopped at the fence of a white house with a reed-roof.

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Durch Monica lernte ich am nächsten Tag die Schule und ihre Schüler besser kenne. Davon schreibe ich morgen auf deutsch. Außerdem stellte sie mich Peter und Caroline vor, die eine Pension im Dorf haben und die ersten im Delta mit der Idee für einen umweltfreundlichen Tourismus waren. Darüber möchte ich auf englisch schreiben.

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Because of Monica I got to know the local school and the pupils better on the next day. I will write about that in German tomorrow. Furthermore, she introduced me to Peter and Caroline who were the first one to had the idea of environment-friendly tourism in the Delta. About that I want to write in english.

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8 thoughts on “Angekommen im Donau Delta | Entering the Danube Delta

  1. Juhu, erster Post!!!
    Hi Lilja,
    wunderschöne Fotos, das Donaudelta im Frühling, ein Traum! Bin gespannt wies weitergeht und ob Du die Pelikane siehst. Das mit den englischen Absätzen stört nicht.
    Lass ruhig ein bißchen Geld da, die Leute könnens brauchen.
    Viele Grüße von 400 m ü. M.

  2. Pingback: Schule abreißen oder Müll wegräumen? | frolleineuropa

  3. Ach, ich kann’s einfach nicht lassen, mit dem Genörgel.
    Autos sterben langsam in Rumänien. Totgeglaubte erwecken zum zweiten, ja dritten Leben je tiefer man ins ländliche Rumänien eindringt, wo längst aus den Städten verschwundene Dacias der ’80-er zum Einsatz kommen, als fünfte/sechste/usw. hand Autos, eine Art Notrecycling der sozialen Leiter abwärts.
    In Crişan war ich vor etwa 35 Jahren, vieles hat sich bestimmt geändert, es bleibt aber weiterhin ein wunderbares rurales Fläckchen am Arschderwelt, wo logischerweise, überwiegend altgebrauchte Autos im Dorfe laufen.
    Und dennoch: Autoschrott prägt die Landschft nicht, darüber bin ich mir sicher. Wieso hast Du ausgerechnet ein Schrottauto für Crişan präsentieren müssen ? Hand aufs Herz: ist das stellvertretend fürs Dorf dort ?
    (Du verstehst schon, dass ich nicht fürs Verniedlichen plädiere und reagiere jetzt auch nicht aus dem lädierten Stolz heraus eines überempfindlichen Drittweltlers, wie Du vielleicht bei manchem Rumäne hast beobachten können, wenn man so einem Negatives vor den Augen hält)
    Andererseits, dass ich deinen Berichten so viel Zeit schenke, zeigt schon wie gut und interesant ich sie finde. Du weisst schon: wo nichts ist, wird auch nicht darüber debattiert.
    In dem Sinne, keep up the good work !

    • ehrlich gesagt ist die antwort für dieses foto ganz banal und einfach: ich weiß, dass mein vater meinen blog mitliest und sich immer besonders über die fotos freut und dass das alte auto ihm gefallen wird.
      das ist sicher nicht sonderlich professionell aber eine böse absicht steckt auf jeden fall nicht dahinter.

      ich freu mich wirklich sehr das du dich so mit meinen texten auseinander setzt und ihnen so viel zeit schenkst! aber auch hier habe ich wieder den eindruck, dass du derjenige bist, der vorurteile im kopf hat wenn er an die rumänischen dörfer denkt. z.b der satz “überempfindlichen Drittweltlers, wie Du vielleicht bei manchem Rumäne hast beobachten können” wäre mir nicht in den sinn gekommen. für mich impliziert das, dass jemand zum drittweltler wird, wenn vor seinem haus nicht das neuste auto glänzt. es liegt im auge des betrachters ob ein altes, schrottiges auto nun rückstand symbolisiert oder schlicht zeigt: materiellen reichtum findet man auf den dörfern ebenso selten wie eine müllabfuhr.

      stellvertretend für das dorf ist das sicher nicht aber deswegen gibt es ja auch noch viele andere bilder…

  4. Pingback: Rumänien – Versuch einer Zusammenfassung I | frolleineuropa

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