Vergiss das Föhngelaber – sieben echte Tipps für reisende Frauen

Ich bin wieder in Berlin. Laufe durch die eigene Wohnung, weiß, wo ich nach Gemüseschälern suchen muss und welche Messer nicht in die Geschirrspülmaschine kommen. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich aber weder in der vertrauten Küche noch auf den Straßen sondern in Wartezimmern. In Berlin bin ich nämlich wegen meiner Weisheitszähne. Alle vier haben sich entschieden gleichzeitig zu wachsen und müssen gezogen werden.

Es ist schön Freunde und Familie zu sehen und doch packe ich meinen Rucksack nicht aus und streichle ihn vorm Schlafen gehen – ich möchte noch nicht fertig sein mit dieser Reise. Beim einloggen hat WordPress mir heute ein glückliches Jubiläum gewünscht, vor genau einem Jahr habe ich www.frolleineuropa.de angelegt.

Im letzten Oktober war meine Reise noch ein kühner Traum. Angst hatte ich eigentlich nicht, aber großen Respekt vor den vielen Aufgaben die noch vor mir lagen. Vielleicht weil ich mein Projekt am Anfang mehr als Arbeit denn als Reise verstanden habe, habe ich mir kaum Gedanken darum gemacht, was es heißt so lange Zeit unterwegs zu sein. Immer wieder treffe ich Menschen, die vorm Reisen Blogs und Packlisten studieren. Ich bin so gut wie unvorbereitet mit einem Rucksack voller Zeug was kein Mensch braucht in meinen Bus nach Brüssel gestiegen. Obwohl ich meine viel zu kurz abgeschnittenen Jeans verflucht habe und so einiges Wissen darüber, was es heißt als Frau alleine unterwegs zu sein genossen hätte, hätte es nicht anders machen wollen.

Im Moment reist mein griechisches Notizbuch mit all meinen griechischen Geschichten ohne mich. Es ist wohl irgendwo liegen geblieben, aus der Tasche gefallen oder geklaut worden. Da aber auf der ersten Seite meine Adresse steht, hoffe ich innigst darauf es bald wieder in den Händen zu halten. Bis dahin und anlässlich des Jubiläums möchte etwas anderes mit euch teilen:

Sieben Erkenntnisse für alleine reisende Frauen

Noch immer höre ich viel zu oft, dass alleine reisende Frauen leichtsinnig oder sogar dumm sein. Wenn ein Mann um die Welt reist beglückwünscht man ihn dazu, wenn eine Frau alleine reist wird sie meist bestürzt gefragt, was denn passiert sei. Eine Frau muss mindestens ein Kind verloren, eine grausame Trennung durchgemacht haben oder sich nach einer gewalttätigen Kindheit ohne Elternliebe selber finden müssen, um sich zu entscheiden alleine zu reisen. Abenteuerlust? Allerhöchstens im Eat  Pray Love Modus um einen Mann zu vergessen. Außerdem würde ich gerne mal wissen, ob männliche Reisende auch so oft gefragt werden, wie sie die ganze Reiserei denn ihrer Mutter antun könnten.
Manchmal sitze ich mit Familien im Auto und höre von den Eltern, dass sie ihrer Tochter das nicht erlauben würden während die Tochter meinen Rucksack interessiert beäugt. Immer wieder treffe ich Mädchen, die eigentlich ja gerne los wollen würden, aber nicht so genau wüssten, ob das überhaupt gehe und außerdem hätte grade niemand Zeit mit ihnen zusammen zu reisen. Wenn ich nach dem Thema “alleine reisende Frauen” suche, finde ich leider vorallem Ratschläge a la: Nimm keinen Föhn mit und wenn dann nur einen kleinen Reiseföhn. Hier also sieben Ratschläge für alle, die den Föhn schon ausgepackt haben:

1. Vertraue deinen Instinkten.
Ich rate dir alleine zu reisen. Alleine reisen heißt aber nicht zwangsläufig alleine zu sein. Alleine reisen heißt viel mehr ständig Menschen treffen, sich auf unterschiedliche Situationen einlassen und auf sich selbst zu vertrauen. Selbst wenn du unterwegs jemanden triffst, der dich ein Stück auf deinen Reise begleitet, anders als mit Freunden von Zuhause bist du noch immer alleine, und zwar komplett alleine, für dich verantwortlich. Dein Bauchgefühl ist dein Gefahrenthermometer. Horizonte erweitern und die eigene Komfortzone verlassen ist schön und gut, aber wenn du das Gefühl hast, dass du etwas eigentlich nicht machen willst, dann lass es. Das klingt so simpel. Tatsächlich hat es mich aber Monate gekostet bis ich das Selbstbewusstsein hatte „Nein“ zu sagen. Vor allem funktioniert das Bauchgefühl aber auch umgekehrt. Menschen werden dir hundertmal erzählen, dass du als Mädchen nicht alleine reisen und schon gar nicht alleine trampen kannst, weil das zu gefährlich sei. Ich kann nicht zählen wie oft mir davon abgeraten wurde alleine nach Rumänien zu fahren. Und wenn ich denn schon hin müsse, dann solle ich vorsichtig sein und niemandem trauen. Wenige Zeit später boten mir in einem rumänischen Dorf zwei Männer an, mit ihnen durchs Dorf zu fahren und bei ihnen und ihrer Familie zu wohnen. Ich habe mich sicher gefühlt und das Angebot angenommen – bis heute eine der besten Entscheidungen überhaupt.

2. Couchsurfing.
Ja, ich weiß, es gibt wohl keinen unoriginelleren Ratschlag als Couchsurfing zu nutzen. Ich füge ihn hinzu, weil ich noch immer staune. Staune über die vielen Reisenden, vor allem Frauen, die ich treffe und die mir erklären, Couchsurfing sei zu gefährlich. Seit 2010 hoste und surfe ich in Europa und war dabei noch nie in einer gefährlichen Situation. Was nicht heißen soll, dass es diese nicht gäbe. Ich bin nur der festen Überzeugung, dass sich die meisten zwielichtigen Couchsurfer relativ simpel aussortieren lassen. Ich übernachte bei niemanden, der mich einlädt und in seiner Mail die Wörter „Beauty“, „Baby“, „Princess“ etc. verwendet. Ich übernachte bei niemanden, der auf seinem Profil angibt nur Frauen zu hosten (oder nur Referenzen von Frauen hat, ähm, es sei denn sie ist eine Frau natürlich.) Unausgefüllt Profile, Profil gestern erstellt, noch keinerlei Couchsurfingerfahrungen… Im Grunde alles selbsterklärend. Lange Zeit habe ich gar nicht bei Männern übernachtet, inzwischen bin ich selbstbewusster und sicher auch mutiger geworden. Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl und den Ton der Nachricht. Die Wahrheit ist: alleine reisende Frauen finden eigentlich immer einen Host und werden vor allem von Männern eingeladen. Mein Ratschlag für Couchsurferinnen ist daher: Geht euer Profil durch als würdet ihr das Profil einer fremden Person lesen. Eliminiert alles, was als „flirty“ gelesen werden kann. Monatelang hatte ich in meinem Profil unter der Überschrift „Music, Movies, Books“ stehen, dass ich absolut keine Horrorfilme vertrage. Und wer mich dazu zwingen würde einen zu gucken, der darf den Raum nie wieder verlassen weil ich sonst vor Angst eingehe. Das ist zwar die Wahrheit, aber trotzdem keine gute Idee. Es könnte schutzbedürftig und niedlich klingen. Mails, in denen Männer um die dreißig dir anbieten, dir die jeweilige Stadt zu zeigen weil du so schön bist, bekommt jede Frau bei Couchsurfing. Gefährlich ist das zwar nicht, aber nervig. Seitdem ich unter anderem den Horrorfilmsatz aus meinem Profil gestrichen habe, bekomme ich signifikant weniger solche Mails. Des weiteren eignet sich das eigene Facebookprofilbild vermutlich nicht als Couchsurfingbild. Bei Couchsurfing will ich nicht gut aussehen, sondern allerhöchstens nett und vor allem tough. Am wichtigsten aber ist, finde ich, das Referenzsystem zu nutzen. Selbst kleine Berührungen oder aufdringliche Witze gehen gar nicht – ich wünsche mir mehr Frauen, die den Mut haben, negative Bewertungen zu hinterlassen, wenn sie sich unwohl fühlen. Aber wie gesagt: Mir ist das noch nie passiert, all meine Couchsurfingerfahrungen waren unglaublich positiv und absolut nicht gefährlich.

mit dominik

Drei alleine reisende Frauen – und unser Couchsurfinghost

3. Die lästige Boyfriend Frage.
Auf meiner gesamten Reise habe ich in Belgien und Frankreich am meisten unter sexueller Belästigung gelitten. Weder in Rumänien und noch in der Türkei wurde ich so aufdringlich angemacht und ungefragt angefasst. Der Standardsatz um Typen loszuwerden ist natürlich die altbewährte Zauberformel: „Da vorne an der Ecke wartet mein Verlobter.“. Das funktioniert tatsächlich immer, nur in Paris hat es einmal zu einem verblüffend ekligen Ergebnis geführt. Irgendwann kaufte ich mir sogar einen Ring, den ich am Ringfinger trug und auf den ich bedeutungsschwer zeigte, wenn ich von meinem zwei Meter fünfzig großem Verlobten erzählte. Vor einer Weile habe ich den Ring abgenommen. Nicht nur weil der für zwei Euro im Second Hand Laden gekaufte Ring eine unangenehme Grünfärbung annahm, sondern vor allem wegen diesem Artikel (leider auf englisch). Kernaussage des Textes ist das folgende, von mir etwas holprig übersetzte, Zitat:

„Es ist Sexismus, wenn das einzige, was einem Mann davon abhält dich anzumachen ein weiterer Mann ist. Der Respekt vor einem anderen Mann zählt mehr, als die weibliche Ablehnung/fehlendes Interesse.“

Im Moment bin ich also dabei zu erproben, nicht einen Boyfriend vorzuschieben sondern einfach zu sagen, dass ich kein Interesse habe. Das fällt mir nicht unbedingt leicht und ich bin lange gut mit meinem Boyfriend plus Ring gefahren. Wenn du also eher konfliktscheu bist, kann ich dir empfehlen, einen schönen Ring mit auf deine Reise zu nehmen.

4. Trampen.
Als ich letzten Oktober an genau dem gleichen Schreibtisch saß und über meine Reise nachdachte, rechnete ich damit, Bus, Bahn und Mitfahrgelegenheiten für meine Wege zu nutzen. Natürlich hatte ich vom Trampen gehört – ein Relikt früher Zeiten, heute machen das nur noch Verrückte und funktionieren tue das auch nicht mehr. Ein Jahr später möchte ich nie wieder anders reisen. Wann sich meine Wahrnehmung übers Trampen verändert hat weiß nicht nicht mehr, es muss eine dieser heimlichen Realitätsverschiebungen sein, an denen ich leide, seit ich Reise. Mein erstes Mal trampte ich jedenfalls in Rumänien. Ich musste von einem Dorf ins nächste und da kein Bus fuhr, stellte ich mich halt an die Straße. In den Dörfern ist das so normal, dass mir nicht mal bewusst war, dass ich soeben zum ersten Mal getrampt war. In Bukarest traf ich dann einen Australier, der ebenfalls Richtung Türkei wollte. Keiner von uns hatte Hitchhikingerfahrung und unsere Vorbereitung erschöpfte sich darin, google maps Screenshots der Straßen auf unseren Handys zu speichern. Trotzdem erreichten wir nach 26 Stunden erschöpft und glücklich Istanbul. Ich hatte Feuer gefangen… Inzwischen bin ich Profi: Bevor ich irgendwo losfahre guck ich bei Hitchwiki nach, wo ich am besten anfangen kann (es gibt dort übrigens auch eine Seite mit Tipps für hitchhikende Frauen). Meine liebste Art zu trampen ist definitiv an Raststätten und Tankstellen die einfahrenden Autos direkt zu bitten, mich mitzunehmen. Es ist kurzweiliger und geht schneller als mit einem Schild an der Straße zu stehen.Bevor ich anfing zu trampen habe ich mich manchmal darüber geärgert, dass es unglaublich schwer ist, mit meinem Projekt andere Menschen als die typische europäische Mittelschicht zu erreichen. Auch Couchsurfer sind meist studierte Reisende aus der Mittelschicht. Am Trampen fasziniert mich, wie unterschiedlich die Lebensgeschichten der Menschen, die mich mitnehmen sind. Ich saß mit LKW-Fahrern, Studenten, Geschäftsmännnern, Familien und tschetschenischen Flüchtlingen im Auto. Meine zwei großen Trips per Anhalter, von Rumänien nach Istanbul und von Athen nach Berlin, habe ich übrigens nicht alleine gemacht. Beide Male hatte ich das Glück andere Reisende zu treffen, die Lust hatten mich zu begleiten. Ich treffe aber viele Frauen die alleine trampen. Ich verfolge die Blogs meiner momentanen Heldinnen mit Begeisterung. Und ganz sicher werde auch ich mich eines Tages alleine an die Straße stellen. Aber siehe Punkt eins: Im Moment sagt mein Bauchgefühl noch nein, ich fühle mich sicherer zu zweit und habe mehr Spaß.

berlin,berlin auch eine meiner momentanen Heldinnen: Meine Mitreisende Noura auf der letzten Etappe

5. Packliste.
Der älteste alle Reiseratschläge ist wahr: weniger ist mehr. Dein Rucksack sollte so leicht wie irgendwie möglich sein. Und: Nimm. Keine. Lieblingsklamotten. Mit. Pack aber unbedingt ein kleines Nähset ein. Reisen macht die lausige Qualität von H&M und Co. offensichtlich: Wenn man nur eine Hose mit hat wäscht und trägt man sie zwangsläufig häufiger. Keine meiner Klamotten hat dieses halbe Jahr Reisen überlebt. Löcher bilden sich an den absurdesten Stellen und erst dachte ich, dass wäre nur mein Problem. Dann hörte ich mich bei anderen Reisenden um und führe nun eine glückliche Beziehung mit einem Nähset, das ich mir in einem griechischen Ein-Euro-Laden gekauft habe. In meinem Rucksack war zuletzt wirklich nur das Allernötigste, eine Jeans, ein Pulli, zwei T-Shirts, Unterwäsche für zwei Wochen, ein Sommerkleid und ein Rock und sonstiges unbedingt benötigtes Gedöns wie Socken und Zahnbürste. Mein liebstes Stück im Rucksack sind ganz eindeutig meine kackbraunen Cargohosen, die ich vor einem Jahr in Berlin nicht mal mit der Kneifzange angefasst hätte. Sie wiegen nicht viel, sie trocknen schnell, haben praktische Taschen und liegen nicht eng an meinem Körper an. Genauer gesagt: Trage ich diese Hosen, habe ich im Grunde gar keine Figur. Es gibt ja verschiedene Typen von Frauen. Ich bewundere Frauen, die mit männlicher Belästigung schlagfertig umgehen können. Ich gehöre nur bedingt dazu. Ich hasse es wenn mir auf der Straße nachgepfiffen wird und meist verstumme ich nur, wenn ich blöd angequatscht werde. Grade wenn ich an irgendeiner Tankstelle stehe und an Autofensterscheiben klopfe möchte ich eigentlich so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf meine Beine oder Hintern lenken. Vielleicht ist es rein psychologisch, dass ich mich in toughen Klamotten wohler fühle und mit ungewollten Anmachen besser umgehen kann, vielleicht ziehe ich auch wirklich weniger Typen an, die nach einem feminin Mäuschen suchen. Sicher ist: Ich liebe meine Travelpants!

travelpants

6. Inspiration.

Ich war schon immer auf der Suche nach weiblichen Heldinnen. Warum ich nicht vor meiner Reise mal gegoogelt habe, was es da draußen für mutige Frauen gibt, ist mir selber schleierhaft. Inzwischen habe ich aber durch die Empfehlungen anderer Reisenden eine ziemlich gute Blogroll mit reisenden Rolemodels. Auf meiner Liste sind auch ein paar Männer, die ich hier aber aussparen möchte, da es mir darum geht euch zu zeigen, dass man auch und grade als Frau alleine reisen kann. Leider sind alle meine liebsten Blogs auf englisch. Wenn eine von euch tolle Reiseblogs auf Deutsch kennt freue ich mich sehr wenn ihr sie in einem Kommentar mit mir teilt!

          1. Die unglaubliche Rebekah ist grade hitchhikenderweise und alleine im Iran und Pakistan unterwegs.
            http://youarealltourists.blogspot.gr/
          2. Eine weitere Travellerin. Für den Moment hat sie zwar ein Zuhause gefunden, aber ihr könnt euch durch drei wahnsinnige Jahre des Reisens lesen. http://www.opendestination.ca/travel-blog.html
          3. Mit der adventurous Kate werde ich persönlich nicht so richtig warm, habe aber immer wieder Reisende getroffen, die sie verehren. Entscheidet euch selber: http://www.adventurouskate.com/
          4. Lisa hingegen bete ich an. Sie schreibt nicht nur unglaublich interessante Reisegeschichten sondern verknüpft ihre Berichte auch immer wieder mit der politischen Situation des Landes in dem sie grade ist. http://shelobify.wordpress.com/
          5. Zu dem Mädchen mit dem Daumen, Jo, führe ich eine ausgewachsene Fanbeziehung. Ihr Blog war der erste von all den Reiseblogs den ich entdeckte. Ich fiebere jeden neuen Update entgegen und habe mich bis zu den allerletzten Einträgen durchgelesen. Kann ich euch nur empfehlen! http://agirlandherthumb.wordpress.com/

Und zuletzt: Screw the rules! Mache deine eigenen Fehler! Das wichtigste ist, einfach loszufahren. Wenn ich auf meine Zeit in Belgien zurück blicke kann ich es kaum glauben, wie teuer ich gegessen habe und was für einen Schwachsinn ich mit mir rumschleppte.  Mein Lieblingsfehler aber ist meine heißgeliebte Lederjacke. Sie hält nicht warm, sie ist schwer, sie ist unbequem sobald ich ich den Reißverschluss schließe und sie ist ein Lieblingsstück, das jetzt Löcher hat (Zäune klettern auf dem Weg zur Autobahn… Kennt jemand einen guten Lederreparaturservice in Berlin?). Aber wenn ich meine Lederjacke trage, fühle ich mich gut. Keine neue Stadt ohne meine Jacke! Ich wage also zu prognostizieren, dass mein Lieblingsfehler auch weiter Platz in meinem Rucksack klauen wird.

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26 thoughts on “Vergiss das Föhngelaber – sieben echte Tipps für reisende Frauen

  1. Pingback: Mädchenmannschaft » Blog Archive » Hallo, ich bin Eva, bitte nehmt Platz – Die Blogschau

  2. Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abenteuer. Leider kann ich von einer Freundin berichten, die mir vom Trampen abgeraten hat, nachdem sie da zumindest an setsame Gestalten geraten ist… scheint alles auch immer ein Stück Glückssache zu sein.
    Für mich ohnehin nix, da ich meinen kurzen Urlaub immer so weit wie möglich vorher durchplane, um im Folge so viel wie möglich davon mitzunehmen (also mental, versteht sich).Tja, so ist das wenn man voll im job ist, Interregio war mal, was aber auch eine schöne Zeit war. Ich hoffe, du lässst dir die Freude am Reisen nicht nehmen und gibts hier weiter so erquickliche Berichte zum besten, LG, Sonja

    • Danke für dein Kommentar! Klar ist trampen wie vieles andere im Leben immer auch eine Glückssache… Tut mir sehr leid für deine Freundin das sie so schlechte Erfahrungen gemacht hat!
      Ja, ich denke auch das ich an die Planung eines Urlaubes anders rangehe als an diese lange Reise. Irgendwann wird die Ferne dann auch ein Stück zum Alltag und im Gegenteil zum Urlaub muss ich halt nicht jeden Tag das möglichste aus dem Tag herausholen. Im Endeffekt glaube ich das es keine richtige oder falsche art gibt zu Reisen, hauptsache du hast eine gute Zeit und nimmst für dich etwas mit!

      Es freut mich sehr das dir meine Berichte gefallen!

  3. „Da vorne an der Ecke wartet mein Verlobter.“

    So eine Antwort finde ich feige. Warum stehst du nicht dazu, allein zu reisen, und machst den Typen klar, dass sie dich in Ruhe lassen sollen?

    • Hey Sarah Luise,

      genau darum geht es mir ja. Wie ich geschrieben habe, habe ich mir für die Zukunft vorgenommen nicht mehr von einem Verlobten etc. zu erzählen. Nur ist es leider so, dass das immer wieder zu langen und wirklich nervigen Diskussionen führt, weil Desinteresse nämlich eben nicht genauso viel zählt wie wenn frau vergeben ist. Hast du es mal ausprobiert? Ich finde es nervig mir jedes mal ewig Dinge a la “Aber du kennst mich doch gar nicht, wie kannst du nicht an mir interessiert sein?” oder: “Ich will ja auch keine Beziehung, lass uns doch einfach mal was trinken gehen” anhören zu müssen.
      Das muss sich verändern, es sollte genauso respektiert werden wenn eine Frau keine Lust hat wie wenn sie einen Freund hat. Ein Schritt dahin ist sicher sich diese Diskussionen öfter zu geben, im Endeffekt müssen Männer die Situation ja genauso lernen wie Frauen.
      Unterwegs, im Ausland, raus aus der gewohnten Umgebung, bin ich – und ich denke das geht vielen Frauen so – aber viel vorsichtiger als Zuhause. Situationen wirken viel schneller bedrohlicher und lassen sich einfach schwerer einschätzen. Daher finde ich es nicht feige wenn eine Frau sich einen Ring zulegt um leichter zu reisen, es macht mich nur wütend das das noch immer nötig ist.

      Alles Liebe,

      Frollein Europa

  4. Pingback: Two Ouzo-Sprite, Please. | stop! talking.

  5. Als Frau kann man selbstverständlich allein Reisen, aber man muss glaub ich eine entsprechende Einstellung haben und diese auch Ausstrahlen. Ein wenig Menschenkenntnis und ein gesundes Selbstbewusstsein helfen auch dabei.

  6. Liebe Frau Frollein Europa,

    Ich habe deinen Blog heute zum ersten Mal gelesen, ich glaube er kann vielen unentschlossenen helfen loszufahren und Grenzen im Kopf zu durchbrechen. Ich würde mich selbst auch als glücklich allein reisende Frau bezeichnen und war in vielen Ländern alleine unterwegs und lebe geread in der Türkei. Gerade heute habe ich sehr viel darüber nachgedacht wie man die Konstruktionen dessen wie Frau sich zu verhalten habe und wie nicht, dekonstruieren kann und sich dabei gleichzeitig nicht in die Situation zu bringen sich unwohl/unsicher zu fühlen und auch nicht mit dem eigenen Verhalten betsehende Muster zu manifestieren. Diese Muster die mich unterdrücken und mir meine selbstbestimmtheit nehmen. Ich finde diese Aufgabe sehr schwierig. Jeden Tag begegnen mir Vorstellungen davon wie ich mich hier zu verhalten hab. Vor zwei Stunden hat mir jemand empfohlen als Frau doch besser immer Pfefferspray in der Tasche zu haben und jemand anderes hat mich für verrückt erklärt weil ich lieber Bus statt Taxi fahren wollte weil es gerade für eine Frau um die Uhrzeit zu gefährlich wäre. Die Wohnungssuche gestaltet sich schwierig weil man als Frau ja nicht mit einem fremden Mann zusammenleben sollte und weil man als Frau nicht ohne einem Mann im Erdgeschoss leben sollt aber bitte nicht wenn man nicht verheiratet ist dann doch lieber der 3. Stock ohne Mann. Mir wurde schon oft gesagt als Frau alleine trampen geht garnicht und auch allein reisende Freundinnen teilen diese Erfahrung. Vielleicht sollte ich doch den kleinen Reiseföhn wieder einpacken frage ich mich manchmal, bin ich einfachfach nur naiv und mir ist noch nie was passiert weil ich als Kind so viele vierblättrige Kleeblätter gefunden habe? Ich will aber auch Sexismus nicht recht geben sondern dem was Sexismus schafft liebr die Grundlage entziehen. ich galueb dass man das mit seiner Entscheidung alleine zu reisen auch oft macht und das ist gut so. Ich hab zur zeit für mich den Weg gefunden zu schauen wo die Grenzen des Raumes sind in dem ich gegen Rollenmuster angehen kann. Ich betrachte Situuationen und treffe keinen grundsätzlichen Entscheidungen, zum Beispiel nicht zu trampen oder immer zu trampen. Mensch muss schauen was das eigene Bauchgefühl sagt. Also chicas trampt, reist, lasst euch einladen, ladet ein, couchsurft und macht was euch gut tut. Einen Reiseföhn braucht ihr nicht!

    Görüsürüz!

    • Liebe Turtleperspectives,

      vielen, vielen Dank für dein Kommentar!
      Besonders ein Satz möchte ich dick und fett unterstreichen: “Ich betrachte Situuationen und treffe keinen grundsätzlichen Entscheidungen, zum Beispiel nicht zu trampen oder immer zu trampen.”

      ich wünsch dir eine schöne Zeit in der Türkei, und hoffe, dass ich da auch bald mal wieder lang komme…

  7. Pingback: Prostitution in Norwegen, sexuelle Unterdrückung & Menstruationsgebiete « Reality Rags

  8. Dir ist aber schon klar, was der Zeus (der Stier) mit der Frollein Europa so vorhatte, die auf ihm ritt? Der hat auch nicht gefragt, ob die Menschenfrauen evtl. verheiratet waren, und er selbst sowieso nicht. Wollte ich nur mal so bemerken, ansonsten, tolles Blog!

      • Nun, ich bezog das eigentlich auf dein Bild und die Abwägung, ob man als allein Reisende Frau gern von Männern in der Weise gesehen werden will, wie es der guten Europa widerfahren ist.

      • Selbstverständlich möchte ich nicht von einem Stier vergewaltigt werden, ich finde aber nicht, dass diese alte Sage etwas damit zu tun hat, wie Frauen in der heutigen Zeit behandelt werden sollten.
        Und ich denke eigentlich auch nicht, dass mein Header Männer dazu auffordert, mich so zu behandeln.

    • Uui, wie schön das du dich über die Verlinkung freust!
      Ich bin grade noch in Berlin, weiter geht es dann in Richtung Lettland/Norwegen und irgendwann würde ich mich dann gerne in Richtung Türkei/Iran aufmachen, aber das ist alles noch nicht so richtig geplannt und wird eher spontan entschieden.
      Ich schreib dir eine Mail sobald ich mich aufmache!

      einen lieben Gruß,
      frollein europa

  9. Pingback: Ahnungslos | Kleinerdrei

  10. Liebe Lilja,

    ich lese noch nicht lange mit bei dir und arbeite mich gerade mit Spannung durch die Anfangsposts deines Projekts, aber ich möchte dir hier einen Gruß dalassen und dir sagen, wie großartig ich dein (inzwischen ja schon fast komplett umgesetztes) Vorhaben finde. Ich bin selbst alleine durch Rumänien getrampt im Oktober und wurde in der Zeit oft mit ungläubigen Sätzen wie ‘Ist das nicht zu gefährlich als Frau…’ konfrontiert. Aber es ist wahr: beim Alleinereisen ist man sowieso nie allein (ich hab auch immer Leute gefunden, die mit mir getrampt sind) und beim Couchsurfen kann man relativ gut einschätzen, wem man vertrauen kann.

    In Rumänien war meine schönste Erfahrung, nach einem etwas beängstigenden Erlebnis (aufdringlicher Mann, der mich nachts angequatscht hat und mich einfach nicht in Ruhe lassen wollte), im Hostel anzukommen und dort in meinem Zimmer zwei weitere Frauen Mitte Zwanzig kennen zu lernen, die auch alleine durch Europa reisten (und dabei noch von zwei anderen Kontinenten kamen, was ich noch bemerkenswerter fand). Sowas gibt Kraft.

    Und genauso viel Kraft gibt es auch, deinen Blog zu lesen. Ich danke dir dafür und vor allem für die politische Perspektive, aus der du deine Reise beleuchtest. In Rumänien, aber auch in Griechenland habe ich viel über Europa nachgedacht und bin gespannt, was für neue Erkenntnisse ich hier erlangen werde.

    Also: du hast eine neue Leserin.
    Viele liebe Grüße und viel Spaß in Lettland!

    J.

    • Liebe J.,

      vielen Dank für dein Kommentar!!
      Ich habe selber viele Blogs, die mir Mut machen wenn ich grade nicht mehr so viel davon habe (ein paar davon sind ja auch in diesem Post gelandet) und ich finde es wunderschön und ein bisschen unglaublich, dass mein Blog so ein Blog für dich sein kann 🙂

      Hoffentlich gefällt dir auch der Rest des Blogs gut und wenn nicht, dann freue ich mich sehr über ein Kommentar/Anmerkung (natürlich auch wenns dir gefällt 🙂 )

      alles, alles Liebe
      Lilja

  11. Pingback: Ich reise allein | Kleinerdrei

  12. Hach, dein Eintrag gibt mir wieder einen Mut-Schub 🙂
    Ich freue mich schon sehr auf mein sabbatical ab August. Nicht, dass es meine erste Reise allein wäre, aber das erste Mal SOA und das erste Mal so lange: 5 + 6 Monate. Wie gewohnt möchte ich Moped fahren und mich treiben lassen. Mit jeder Seite Reiseführer wächst die Neugier und die Vorfreude. Mit jedem Frauen-Reise-Blog verringert sich das “kann ich das überhaupt?” – Gefühl. Danke!
    Am meisten freut (und schreckt) mich die Chance, komplett selbstbestimmt zu sein, nur den Bauch entscheiden lassen zu können.
    Mein Gepäck wird etwa 10 kg mit allem wiegen und ein Föhn wird nicht dabei sein 🙂

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