Europe is my girlfriend, Tunisia is my mother.

den deutschen (gleichen) Post findet ihr weiter unten! German post is one below

Ahmed walks fast, sometimes I can not follow quick enough and then it takes a while until he notices and stops. We walk through the Calanques. This is a protected area a few miles outside of Marseille. In the summer it will be very crowded here, today no one is here. Typically for Marseille the wind blows hard. It messes with the bushes and sometimes it pushes me so hard in the back that I feel like I don’t have to walk anymore.

There is a lot of silence between Ahmed and me. Sometimes I feel uncomfortable with it and desperately try to find something to talk about. I’m the guest, I have to be entertaining.
The Calanques are huge rocks, a bit like I imagine the Rocky Mountains. At the foot of the cliffs is a bay with flat stones where the whole of Marseille gets sunburned in the Summer. The descent is steep and sometimes I slip on loose rocks. Once or twice I fall down, every time Ahmed turns around and asks if everything is ok. I’m glad he never tries to take my hand to help me.
At the bottom, the wind whips us against the swirling water. Vast swaths of small droplets drive up the mountains. We meet a couple from South Africa. Somehow we get talking and I tell them that I know Ahmed and Marseille only since a few days. The woman is surprised. “You seem like old friends,” she says. From this moment on, I can enjoy the scenery in silence. For old friends you don’t have to put on a show.

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Europa ist meine Freundin, Tunesien meine Mutter

Ahmed läuft schnell, manchmal komme ich nicht hinterher und dann dauert es einen Moment bis er es bemerkt und stehen bleibt. Wir wandern durch die Calanques. Das ist ein Naturschutzgebiet ein paar Kilometer außerhalb von Marseille. Im Sommer soll es hier sehr voll sein, heute ist niemand da. Der für Marseille typische Wind zerzaust die Sträucher und manchmal drückt er mir so sehr in den Rücken, dass ich das Gefühl habe angeschoben zu werden.

Wir schweigen viel. Manchmal ist mir das unangenehm und ich suche nach Gesprächsthemen weil ich das Gefühl habe, dass ich, der Gast, für die Unterhaltung sorgen muss. Die Calanques sind riesige Felsen, ein bisschen so wie ich mir die Rocky Mountains vorstelle. Am Fuß der Felsen gibt es eine Bucht mit flachen Steinen auf denen sich im Sommer ganz Marseille sonnt. Dorthin sind wir unterwegs. Der Abstieg ist steil und manchmal rutschte ich auf den losen Steinen aus. Ein- oder zweimal falle ich hin, jedes mal dreht sich Ahmed erschrocken um und fragt, ob alles ok ist. Ich bin froh, dass er nie versucht meine Hand zu nehmen um mir zu helfen.
Unten angekommen peitscht der Wind uns das aufgewirbelte Wasser entgegen. Ganze Wolken kleiner Tropfen treiben die Berge hinauf. Wir treffen ein Paar aus Südafrika und im Gespräch erzähle ich ihnen, dass ich Ahmed und Marseille erst ein paar Tage kenne. Die Frau ist überrascht. „Ihr wirkt wie alte Freunde“ sagt sie. Ab diesem Moment kann ich die Landschaft auch schweigend genießen, für alte Freunde muss man keine Show machen.

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The story of a successful failure

The moment I told people that I want to visit Marseille everybody tried to convince me to not go. According to most people in Brussels, Paris and Mulhouse, Marseille is the worst city in Europe. Believing them, you can’t cross a zebra without getting raped there. Some of you maybe read my “Nimm dich in Acht Mädchen” Post. It’s about an awkward encounter in Paris. As a woman traveling alone I learned to be careful. Luckily I had very few dangerous situations. Though I can’t stand men whistling, trying to touch me or talk to me on the streets anymore.

I though Marseille has to be like running the gauntlet all the time. Because of all the stories I was scared as hell when I arrived. Usually I get lost in every new city. I just walk to get to know my surrounding and mostly I find my way back after a while. In Marseille I spend my first week walking exactly planned routes and having no eyes for what happens around me. I felt lost and unsure.
Maybe it would have helped to stay at a locals home and have somebody who shows me the city from another angle. But for the first time in my life Couchsurfing completely failed. Two hosts canceled on me in the very last second, so I had no chance but staying in a Hostel. The “Hello Marseille” Hostel is great and I enjoyed my stay their at the fullest.
But still, How should I ever meet people if I just hide in a Hostel?

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the beautiful city with the bad reputation

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You know, I really don’t like Front National but…

 

they want to protect us. Nobody else does so.

I heard these words so often. No couchsurfer, local or traveler I met would ever vote for Front National, that’s what they say first. And than they say: But at least they want to protect us. You know, no one else cares about the Frensh people and our economy. Nobody helps if all the industrie goes to China and when you can’t buy anything else but Chinese products because French products are too expensive. Continue reading

Die Höhle des Löwen

Wie ungefährlich. Ein blaues, unspektakuläres Bürogebäude. Ein paar Meter weiter sitzen Männer in einem portugiesischen Restaurant und spielen Karten. Gegenüber des blauen Würfels stehen kleine Häuschen, aber keine schicken Eigenheime, eher die Art von Vorstadthäusern, in deren Vorgärten ausrangierte Möbel vor sich hin schimmeln. Wüsste ich nicht, dass die Rue de Suisse 78 der Hauptsitz der Front National ist, ich hätte es niemals erraten. Nirgendwo ein Schriftzug oder Parteilogo. Am Briefkasten nur Kürzel, der Zaun ist dreckig weiß und verschlossen. Nach kurzem Zögern klingel ich, die Gegensprechanlage knarzt und ich höre eine Männerstimme. „Bonjour“ sag ich und dann die auswendiggelernten französischen Wörter: Ich komme aus Deutschland, mache ein Projekt über Europa und hätte gerne Informationsmaterial oder so was zum Thema EU. Ich bin mir nicht sicher ob der Mann mich verstanden hat. Als er antwortet rauscht die Gegensprechanlage so sehr, dass ich ihn wohl auch auf Deutsch oder Englisch nicht verstanden hätte. Ich stottere irgendwas, er sagt etwas, die Gegensprechanlage rauscht. Stille. Was mach ich jetzt? Das weiße Tor ist noch immer verschlossen. Ich bleibe einfach stehen, gucke in die Kamera, die über mir schwebt und lächle. Nach einer Weile klickt es leise und plötzlich kann ich das Tor öffnen.

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Mädchen nimm dich in Acht?

Paris, Paris, Paris!

Und wieder habe ich unglaubliches Glück: Ich bin bei einer tollen Familie in einem Pariser Vorort untergebracht. Wenn ich aus dem Fenster meines Zimmers gucke, vergesse ich manchmal das Disneyland auf der anderen Seite der RER-Schnellzuglinie liegt, so magisch sieht es hier aus.
Und Paris erst! Ich gebe zu, dass ich die Geschichten immer für übertrieben gehalten habe. Wie könnte eine Stadt jemals schöner sein als mein Berlin?!
Aber, liebes Berlin, du hast verloren. Irgendwann am Ende meiner langen Tour ließ ich mich erschöpft auf die Steintreppe hinauf zur Sacré-Coeur fallen, blickte auf den Sonnenuntergang hinterm Eiffelturm und dachte, dass es kitschiger nicht werden könnte. In diesem Moment begann eine Gruppe Jugendlicher hinter mir Gitarre zu spielen und französische Chansons zu singen…

Wäre ich die Steintreppen wieder hinunter geklettert und hätte den Schnellzug bis zu meinem Schlösschen gleich gefunden, wäre die Geschichte hier zu Ende.
Leider fängt sie erst an. Continue reading