Diesmal geht’s um mehr – oder auch nicht. #EP2014

Es gibt in der, nun online zu sehenden, Hier und Heute Reportage eine Szene, bei der ich in Bratislava mit Jean-Claude Juncker in seinem Wahlkampfbus sitze. Dort erklärte mir Juncker, warum diese Wahl etwas völlig anderes sei, als die Europawahlen zuvor: Der Kommissionspräsident würde nun von den Europäern gewählt werden.       
Juncker wirkte müde bei dem Interview. Neben uns saß seine nervöse Pressesprecherin, die hektisch auf ihrem Telefon tippte, einen „Juncker for President“ Button an ihrer Jacke trug und uns beständig an die schon vergangene Zeit erinnerte.
Eventuell lag es an dieser Umgebung, dass  mich kaum Begeisterung für diese
„Schicksalswahl“ packte. Wahrscheinlich aber daran, dass mir die Wahl des Kommissionspräsidenten, wie so viele Initiativen der EU, reine Klientelpolitik zu sein schien.  Aber jetzt hat diese Wahl es doch noch geschafft mich zu überraschen und etwas Unerwartetes erreicht: schicksalhaftes Versagen.

In Junckers Bus

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A vision for Europe?

Coming back from a year of traveling and sorting out all my thoughts was and is rather hard. How to put everything I have learned and seen in a few words? I have so many different texts and ideas but the difficulty is to bring them all together and make them readable.So, while I was still struggeling my dear aunt posted a competition on my facebook wall. A German foundation was asking for the youth’s vision of Europe in 2030. One should imagine to be the president of the European Commission in 2030 and give a new years speech to the people of Europe. The winner would get a trip to Rome and an interview with the president of the European Parliament Martin Schulz.

I realized that this could be the summary I was looking for. But the deadline was in just two days!! Finally, after quite a long time without too many words written, I had a challenge and I managed to hand in my speech just a few minutes before midnight at the closing date.

Surprisingly enough, I really won the competition! On February 27 I’ll go to Rome for a few days, enjoy the city and of course have an interview with Martin Schulz. I’m beyond happy about this oppertunity. More or less exactly one year ago I was in Brussels doing interviews with politicians. Now I can not just confront myself and a politician with my results but it also feels like an oppertunity to see how much I grew. I’m looking foreward to see if I feel different in the interview today than I felt one year ago.

But enough of this. Now I want to share my speech with you. I’m most happy about any comments, thoughts or critics on it. Also you are welcome to post any suggestions for questions to Martin Schulz.

Thank you for being with me all this time!

DSCF3361A picture I’ve been taking one year ago in Brussels

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Großmütterchen Chor

Eine Lettin, die vor 1934 geboren ist, also mindestens 80 Jahre alt ist, kann in ihrem Leben niemals umgezogen sein und doch in sechs verschiedenen Staaten gelebt haben.

Sagen wir, sie wurde am 23. Juni 1933 in Riga geboren und wie fast alle Mädchen, die an dem Namenstag der Līga geboren wurden, tauften auch ihre Eltern sie auf den Namen Līga. Ihre ersten Atemzüge tat Līga in einem unabhängigen Lettland mit parlamentarischer Demokratie und modernem Minderheitenschutz. Sie wird in ihrem ersten Lebensjahr wohl nichts davon mitbekommen haben, wie sich diese Demokratie 1934 nach einem Staatsstreich, ganz der damaligen europäischen Mode folgend, in eine nationalistische Diktatur verwandelte.
Mit sechs Jahren hörte Līga vielleicht die Erwachsenen über die Unterzeichnung des Ribbentrop-Molotow-Paktes reden. Der Pakt teilte Europa zwischen den Sowjets und den Nazis auf. Lettland fiel den Sowjets zu. Dieser geheime Pakt war die Grundlage dafür, dass die inzwischen siebenjährige Līga ab 1940, nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee, nicht mehr in Lettland, sondern in der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik lebte. Continue reading

Vergiss das Föhngelaber – sieben echte Tipps für reisende Frauen

Ich bin wieder in Berlin. Laufe durch die eigene Wohnung, weiß, wo ich nach Gemüseschälern suchen muss und welche Messer nicht in die Geschirrspülmaschine kommen. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich aber weder in der vertrauten Küche noch auf den Straßen sondern in Wartezimmern. In Berlin bin ich nämlich wegen meiner Weisheitszähne. Alle vier haben sich entschieden gleichzeitig zu wachsen und müssen gezogen werden.

Es ist schön Freunde und Familie zu sehen und doch packe ich meinen Rucksack nicht aus und streichle ihn vorm Schlafen gehen – ich möchte noch nicht fertig sein mit dieser Reise. Beim einloggen hat WordPress mir heute ein glückliches Jubiläum gewünscht, vor genau einem Jahr habe ich www.frolleineuropa.de angelegt. Continue reading

Little House On The Prairie

As the ferry docked at the port of Piraeus, I awoke from a short night of sleep on the carpeted floor of the ferry and looked around; the days had merged. Had it been dark between departure and arrival at all? I shouldered my backpack, rubbed the sleep from my eyes and tried to get my bearings. Two phone numbers and “Korinthos”, the name of a railway station, were written on the little piece of paper that I held in my hand. After almost eight month of traveling, I’m an expert in asking for directions and finding trains. Even through the blistering midday heat, I succeeded in transferring to another train in an abandoned station. I arrived in Korinthos a little early and I found myself alone on the platform. A man appeared and asked me if I needed help. I declined and tried to explain him that I would be picked up immediately. He didn’t leave my side until I told him that it was my boyfriend who was on his way to pick me up. He disappeared from my view and I thought to myself that if he was still in the station, he must have been terribly confused when my ride became visible moments later. The man who emerged from a battered blue compact car and greeted me was about fifty years old. The hand he extended out to me as a welcome was cracked and dusty and he was wearing a baggy shirt with some holes in it and his pants were caked with earth. The man smiled warmly and introduced himself as Konstantin.

SAM_0402The Korinthos canal, just a few minutes driving by bike from the farm

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Thessaloniki Street Art

a few words in English about the pictures

Ich freue mich sehr, dass Nora sich unter dem letzten Post Graffitibilder gewünscht hat. Zum einen gab mir das die Gelegenheit rauszufinden wie die WordPressslideshow funktioniert, und zum anderen ist das der vielleicht leichteste Post seit… immer!

Die Bilder sind bis auf wenige Ausnahmen an einem Sonntagnachmittag in Thessaloniki entstanden. Normalerweise ist die Stadt keine Geisterstadt sondern voller nicht-geschlossener Läden (also sind die tags und graffitis auf den Rolläden oft gar nicht zu sehen) und Studenten.

Die Berlinerin Julia Tulke hat ihre Masterarbeit über Street Art in Athen geschrieben. Im Interview mit der Süddeutschen erzählt sie einiges über Counterpropaganda und die Rolle, die Street Art in der Krise spielt. Das Interview mit Julia Tulke könnt ihr hier lesen.

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Mein NSA-Skandal Teil 2 – Trampen und Teleschirme

Das ist der zweite Teil eines Posts, dessen ersten Teil ihr hier findet.

Geplant war es, am Morgen früh in Porto Heli aufzubrechen. Was natürlich nicht funktionierte. Die Jungs, die uns bis zur Autobahnauffahrt fahren wollten, schliefen fest. Und so probierten wir uns in der beginnenden Mittagshitze am innerörtlichen Trampen. Zu Recht sagt jeder Hitch-Hiking Ratgeber, es sei so gut wie aussichtslos innerhalb einer Ortschaft mitgenommen zu werden. Wir standen etwa eine Stunde an der Straße, hielten unser Schild in die Höhe, lächelten nett und versuchten uns in Zeichensprache mit den örtlichen Roma-Kindern zu unterhalten, die uns offensichtlich für verrückt hielten. Immer wieder hielten Autos kurz an. Sie wiesen uns dann entweder darauf hin, dass es auch einen Bus gäbe, den wir nehmen könnten, oder darauf, dass die Kinder um uns herum berüchtigte Taschendiebe sein. Es ist übrigens eine der traurigsten Schlussfolgerungen meiner Reise bisher: Antiziganismus ist ein sehr verbindendes Element in Europa. Egal ob in Belgien, Frankreich, Rumänien, der Türkei oder in Griechenland: Immer werde ich vor „den Zigeunern“ gewarnt.

SAM_0446Noura beim Schild malen

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