24 Stunden Gezi – Morgens

Es ist 6.30 Uhr am Morgen, Eren stapelt Tomaten und Käse auf Plastiktellern. “Wir versuchen jeden Tag ab 6 Uhr das Frühstück für die fertig zu haben, die vom Gezi aus zur Arbeit oder Uni fahren” erklärt Eren mir. Er ist ein bisschen heiser und hat heute auch schon  ein Interview mit dem ZDF hinter sich. Sie wollten ihn  unbedingt filmen, wie er Frühstück ausgibt. Seitdem die Proteste angefangen haben, ist Eren zum Medienprofi geworden. Grade deutsches Fernsehen oder Redaktionen stützen sich immer wieder auf ihn, den Deutsch-Türken, der seit Anfang an dabei war. Doch eigentlich redet Eren lieber über die anderen Menschen im Park als über sich. Er ist einer dieser Menschen, die einem in einer halben Stunde zehn Menschen vorstellen und es schaffen, alle so miteinander bekannt zu machen, dass sie sofort ein gemeinsames Thema haben. Für mich überwindet Eren heute Sprachbarrieren. Obwohl viele im Park englisch sprechen, gibt es doch immer wieder Menschen, mit denen ich so gerne reden würde, aber ohne Türkischkenntnisse nicht kann. Einer dieser Menschen ist Fatoş. Die zierliche junge Frau steht hinter dem Frühstücksstand, scherzt mit den Menschen, tanzt und scheint überall gleichzeitig zu sein. „Fatoş ist heute nicht so gut drauf“, sagt Eren, „Ihr solltet sie mal an normalen Tagen erleben! Das hier ist nur Energielevel Eins.“.

SAM_0152Eren (rechts) und Fatos (neben ihm) nachdem der erste Frühstücksansturm vorbei ist

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