Bukarest

Das Erste, was mir in Bukarest aufgefallen sind, sind die wilden Hunde. Sie sind überall, mehr als 100.000 sollen in Bukarest leben. Und wie leben die Menschen mit ihnen?

Als Irina von Constanza, einer Stadt am Meer, zum Studieren nach Bukarest zog, fütterte sie die Hunde, die in ihrem Viertel leben. Jetzt sind die Hunde ihre Freunde und wenn sie das Klappern der Nieten an Irinas Schuhen hören, begleiten sie sie friedlich vom Ubahnhof bis zu dem großen blauen Haus in dem sie lebt.
Ich habe keine Nieten an den Schuhen die hundefreundlich klappern könnten und daher schon Respekt vor den teilweise sehr großen Tieren. Als ich Iulia und Irina, meinen tollen Gastgeberinnen hier, davon erzählte, beruhigten sie mich. Die Hunde würden nur bei bösen Menschen bellen oder beißen, irgendwie würden die Tiere erkennen, wer schlechtes im Sinne führe. Am nächsten Tag ging ich mit etwas mulmigem Gefühl an dem tierischen Orakel vorbei. Ich erhielt die Hunde-Absolution. Sie bellten nicht, sie bissen nicht.

DSCF3588das Hunderudel vor der Haustür

Frollein Europa ist also im dritten Land ihrer Reise, Rumänien, angekommen. Bis kurz vor meiner Ankunft habe ich gezögert, welches Thema ich für Rumänien wähle.
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Europe is my girlfriend, Tunisia is my mother.

den deutschen (gleichen) Post findet ihr weiter unten! German post is one below

Ahmed walks fast, sometimes I can not follow quick enough and then it takes a while until he notices and stops. We walk through the Calanques. This is a protected area a few miles outside of Marseille. In the summer it will be very crowded here, today no one is here. Typically for Marseille the wind blows hard. It messes with the bushes and sometimes it pushes me so hard in the back that I feel like I don’t have to walk anymore.

There is a lot of silence between Ahmed and me. Sometimes I feel uncomfortable with it and desperately try to find something to talk about. I’m the guest, I have to be entertaining.
The Calanques are huge rocks, a bit like I imagine the Rocky Mountains. At the foot of the cliffs is a bay with flat stones where the whole of Marseille gets sunburned in the Summer. The descent is steep and sometimes I slip on loose rocks. Once or twice I fall down, every time Ahmed turns around and asks if everything is ok. I’m glad he never tries to take my hand to help me.
At the bottom, the wind whips us against the swirling water. Vast swaths of small droplets drive up the mountains. We meet a couple from South Africa. Somehow we get talking and I tell them that I know Ahmed and Marseille only since a few days. The woman is surprised. “You seem like old friends,” she says. From this moment on, I can enjoy the scenery in silence. For old friends you don’t have to put on a show.

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Europa ist meine Freundin, Tunesien meine Mutter

Ahmed läuft schnell, manchmal komme ich nicht hinterher und dann dauert es einen Moment bis er es bemerkt und stehen bleibt. Wir wandern durch die Calanques. Das ist ein Naturschutzgebiet ein paar Kilometer außerhalb von Marseille. Im Sommer soll es hier sehr voll sein, heute ist niemand da. Der für Marseille typische Wind zerzaust die Sträucher und manchmal drückt er mir so sehr in den Rücken, dass ich das Gefühl habe angeschoben zu werden.

Wir schweigen viel. Manchmal ist mir das unangenehm und ich suche nach Gesprächsthemen weil ich das Gefühl habe, dass ich, der Gast, für die Unterhaltung sorgen muss. Die Calanques sind riesige Felsen, ein bisschen so wie ich mir die Rocky Mountains vorstelle. Am Fuß der Felsen gibt es eine Bucht mit flachen Steinen auf denen sich im Sommer ganz Marseille sonnt. Dorthin sind wir unterwegs. Der Abstieg ist steil und manchmal rutschte ich auf den losen Steinen aus. Ein- oder zweimal falle ich hin, jedes mal dreht sich Ahmed erschrocken um und fragt, ob alles ok ist. Ich bin froh, dass er nie versucht meine Hand zu nehmen um mir zu helfen.
Unten angekommen peitscht der Wind uns das aufgewirbelte Wasser entgegen. Ganze Wolken kleiner Tropfen treiben die Berge hinauf. Wir treffen ein Paar aus Südafrika und im Gespräch erzähle ich ihnen, dass ich Ahmed und Marseille erst ein paar Tage kenne. Die Frau ist überrascht. „Ihr wirkt wie alte Freunde“ sagt sie. Ab diesem Moment kann ich die Landschaft auch schweigend genießen, für alte Freunde muss man keine Show machen.

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Gauck, Europa und die Werte

Der folgende Post ist ein paar Stunden nach der Rede “Europa: Vertrauen erneuern – Verbindlichkeit stärken” von Gauck entstanden. Leider funktioniert auf Reisen nicht alles so wie Zuhause und schon gar nicht das Internet… Hier nun mein hunderster Versuch den nicht mehr ganz so aktuellen  kleinen Kommentar mit Euch zu teilen.

Endlich habe ich ein Mulhouse ein anderes Cafe mit Wifi gefunden als den ewigen McDonalds. Inzwischen träume ich nachts von den immer wieder gleichen Liedern und dem Fettgeruch.
Gefeiert habe ich die Entdeckung der Bagel-Company mit der Gauck-Rede.

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Die Höhle des Löwen

Wie ungefährlich. Ein blaues, unspektakuläres Bürogebäude. Ein paar Meter weiter sitzen Männer in einem portugiesischen Restaurant und spielen Karten. Gegenüber des blauen Würfels stehen kleine Häuschen, aber keine schicken Eigenheime, eher die Art von Vorstadthäusern, in deren Vorgärten ausrangierte Möbel vor sich hin schimmeln. Wüsste ich nicht, dass die Rue de Suisse 78 der Hauptsitz der Front National ist, ich hätte es niemals erraten. Nirgendwo ein Schriftzug oder Parteilogo. Am Briefkasten nur Kürzel, der Zaun ist dreckig weiß und verschlossen. Nach kurzem Zögern klingel ich, die Gegensprechanlage knarzt und ich höre eine Männerstimme. „Bonjour“ sag ich und dann die auswendiggelernten französischen Wörter: Ich komme aus Deutschland, mache ein Projekt über Europa und hätte gerne Informationsmaterial oder so was zum Thema EU. Ich bin mir nicht sicher ob der Mann mich verstanden hat. Als er antwortet rauscht die Gegensprechanlage so sehr, dass ich ihn wohl auch auf Deutsch oder Englisch nicht verstanden hätte. Ich stottere irgendwas, er sagt etwas, die Gegensprechanlage rauscht. Stille. Was mach ich jetzt? Das weiße Tor ist noch immer verschlossen. Ich bleibe einfach stehen, gucke in die Kamera, die über mir schwebt und lächle. Nach einer Weile klickt es leise und plötzlich kann ich das Tor öffnen.

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Ein Bundesstaat Europa?

In Deutschland ist die Idee eines föderalen Bundesstaates Europa abwegig. Wenn, ja wenn Merkel mal davon redet, klingt es unanständig und so als müsse man es unbedingt verhindern. Vor allem: Als könnte man es verhindern.
Ist das Feigheit?

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Wir gegen Die

Es ist, als würde um mich herum ein perfekt inszeniertes Musical stattfinden. Die eiligen Schritte durch den Schnee sind eine Choreografie, ich traue mich nicht zu blinzeln, aus Angst den Moment zu verpassen, in dem ergraute Männer mit Aktentaschen unterm Arm, Frauen in roten Businesskleidern, Chauffeure und dicke Männer mit hohen Kochmützen sich an den Händen fassen und singen.

Die Kulisse: riesige Glasbauten, ein großes Herz blinkt darauf. Taxis hupen und ein Kamerateam versucht ein viel zu großes Mikrofon durch die Drehtüren zu manövrieren.

Ich warte vorm Europäischen Parlament auf den Assistenten meines ersten Interviewpartners. Frank Engel aus Luxemburg. 34 Jahre alt und Mitglied der Christdemokratischen Fraktion. Mit 34 ist man in der Politik ein Vertreter der jungen Generation. Ich will von ihm wissen, was er für eine Vision für Europa hat und was seine Ansichten von denen, der älteren Generation unterscheidet. Google verriet mir über ihn vor allem, dass es da mal eine skandalträchtige Alkoholfahrt mit 2,9 Promille gab. Danke Herr Engel, dass nimmt die Angst.
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Herz überm Eingang des Parlaments

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