Diesmal geht’s um mehr – oder auch nicht. #EP2014

Es gibt in der, nun online zu sehenden, Hier und Heute Reportage eine Szene, bei der ich in Bratislava mit Jean-Claude Juncker in seinem Wahlkampfbus sitze. Dort erklärte mir Juncker, warum diese Wahl etwas völlig anderes sei, als die Europawahlen zuvor: Der Kommissionspräsident würde nun von den Europäern gewählt werden.       
Juncker wirkte müde bei dem Interview. Neben uns saß seine nervöse Pressesprecherin, die hektisch auf ihrem Telefon tippte, einen „Juncker for President“ Button an ihrer Jacke trug und uns beständig an die schon vergangene Zeit erinnerte.
Eventuell lag es an dieser Umgebung, dass  mich kaum Begeisterung für diese
„Schicksalswahl“ packte. Wahrscheinlich aber daran, dass mir die Wahl des Kommissionspräsidenten, wie so viele Initiativen der EU, reine Klientelpolitik zu sein schien.  Aber jetzt hat diese Wahl es doch noch geschafft mich zu überraschen und etwas Unerwartetes erreicht: schicksalhaftes Versagen.

In Junckers Bus

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Warum ich die 80,4% slowakischer Nichtwähler verstehen kann.

Die Filmcrew ist nun abgefahren, sie werden Anfang Mai wieder kommen und wir werden versuchen zu filmen, was ich so über die Europawahl in der Slowakei herausgefunden habe. Bisher bin ich mit dem, was wir gefilmt sehr zufrieden. Eigentlich gab es nur einen einzigen Moment des Unbehagens:

Das Kamerateam begleitete mich in die Wohnung meiner Couchsurfinghosts in Žilina in der Slowakei. Bea und Matthias waren toll, sie ließen sich spontan auf die Kamera ein und begannen mit mir am Küchentisch eine Diskussion über Europa, die Wahlen und die Slowakei. Bea hat 2009 nicht gewählt. Sie ist nicht unbedingt europaskeptisch. Sie glaubt sogar, dass der Euro sehr gut für die Slowakei ist und hat selber im europäischen Ausland studiert. Sie hat nicht gewählt, weil sie nicht wusste für was oder wer überhaupt zur Wahl stand. Sie hat nicht den Eindruck genug über europäische Politik zu wissen, um darüber zu entscheiden. Außerdem glaubt sie nicht, dass ihre Stimme einen Unterschied macht.

SAM_0927Meine tolle Gastgeberin Bea

Am Ende unserer Diskussion fragte Kirsten, die Redakteurin unserer Doku, Bea ob sie nach dieser Diskussion nun vielleicht doch wählen gehen würde und ob das Zusammentreffen mit mir ihre Sicht auf Europa und die Wahlen verändert hat. Bea bejahte beides. Ich fühlte mich sofort sehr unwohl.

Ich weiß nicht ob die Europawahl wichtig ist

In den folgenden Tagen lies ich dieses Gespräch in meinem Kopf immer wieder Revue passieren und versuchte herauszufinden, was mich daran eigentlich so sehr gestört hat. Ich stellte fest, dass es das gleiche Gefühl ist wie wenn jemand mich bittet zu erklären, warum die Europawahlen wichtig sind und jede Stimme zählt. Continue reading

Frollein Europa Europawahl-Spezial

Whoa that’s all in German! Can I please read it in English?

 

Wer sich gestern Abend zufällig auf meinen Blog verirrt hat, wird die etwas unbeholfene Veränderung im Banner bemerkt haben, für Euch und alle anderen nun die offizielle Ankündigung des

Frollein Europa EU-Wahlspezial.

Aber so war das doch alles gar nicht geplant? Wolltest du nicht eigentlich ein Ende finden oder nach Norwegen fahren? Ganz genau. Und dann kam alles anders:

Während ich meine Zeit in Rom genoss, schob ich im Kopf Ideen hin und her. Was tun mit dem Frollein Europa Projekt? Wie könnte ich mein Material noch einmal sammeln und alles unveröffentlichte endlich nutzen? Vielleicht als kleines Ebook? Aber würde ich Zeit und Geld haben mich auf das Verfassen eines Ebooks zu konzentrieren? Zumindest während des ersten freien Tages in Rom dachte ich über all diese Dinge sehr ernsthaft nach. Dann verliebte ich mich Halsüberkopf in diese wunderschöne Stadt und ließ mich durch Straßen und über Plätze treiben. Als am dritten Tag dann auch noch die Sonne herauskam und ich einen Host hatte, bei dem ich hätte bleiben können, war es sehr verlockend den Flug zurück sausen zu lassen und irgendwann dann nach Berlin zurück zu trampen.

Die Reisemagie hatte mich wieder. Es ist so, sobald ich meinen Rucksack auf setze und aus der Haustür meines Berliner Zuhauses trete, im Nacken das Chaos der üblichen Abschiede und die Zuhause vergessenen Dinge, finde ich auf der Straße ein Stück von mir wieder. Es ist, als wäre ich nicht ein Ganzes, niemals ganz glücklich, wenn ich nicht unterwegs bin.

Und so zog mich wenig zurück nach Berlin und viel trieb mich dazu, einfach in Rom zu bleiben. Am letzten Tag in Rom dann, wenige Stunden bevor mein Flieger nach Berlin abheben würde, startete ich meinen Computer um anzukündigen, dass ich nicht nachhause kommen würde. Doch im Posteingang wartete eine Mail mit dem Betreff „DRINGEND!“ auf mich. Die Mail kam vom WDR. Sie würden aus meinem Frollein Europa Projekt anlässlich der EU-Wahl gerne eine Dokumentation machen. Ob ich denn Interesse hätte? Continue reading

How I once became an involuntarily campain aide.

Or:

How I once met twenty amazing young Europeans.

As a child, have you ever been waiting for Christmas very much because you wanted a certain gift you wished for really badly? And than, when Christmas came you did not get what you wanted but something your parents considered more useful? And than again, have you ever grown to like the other present way more then whatever shiny thing you wanted to have?

Well, I was this child a few days ago in Rome.

When I won the EFS competition I was very excited about the chance to interview Mister Schulz. If at all, I wasted very little thoughts on the other participants of the event. When I thought about the interview before going to Rome I imagined it more or less to be like the interviews I had in Brussels a year ago. Just that this time I’d be more knowledgeable and it would be live in the internet and on TV, so no more vague politician-talk!
What an illusion… Continue reading