Mein NSA-Skandal Teil 2 – Trampen und Teleschirme

Das ist der zweite Teil eines Posts, dessen ersten Teil ihr hier findet.

Geplant war es, am Morgen früh in Porto Heli aufzubrechen. Was natürlich nicht funktionierte. Die Jungs, die uns bis zur Autobahnauffahrt fahren wollten, schliefen fest. Und so probierten wir uns in der beginnenden Mittagshitze am innerörtlichen Trampen. Zu Recht sagt jeder Hitch-Hiking Ratgeber, es sei so gut wie aussichtslos innerhalb einer Ortschaft mitgenommen zu werden. Wir standen etwa eine Stunde an der Straße, hielten unser Schild in die Höhe, lächelten nett und versuchten uns in Zeichensprache mit den örtlichen Roma-Kindern zu unterhalten, die uns offensichtlich für verrückt hielten. Immer wieder hielten Autos kurz an. Sie wiesen uns dann entweder darauf hin, dass es auch einen Bus gäbe, den wir nehmen könnten, oder darauf, dass die Kinder um uns herum berüchtigte Taschendiebe sein. Es ist übrigens eine der traurigsten Schlussfolgerungen meiner Reise bisher: Antiziganismus ist ein sehr verbindendes Element in Europa. Egal ob in Belgien, Frankreich, Rumänien, der Türkei oder in Griechenland: Immer werde ich vor „den Zigeunern“ gewarnt.

SAM_0446Noura beim Schild malen

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Mein NSA-Skandal Teil 1 – Die antiamerikanische Revolution und Kalaschnikows

Meine momentane Unfähigkeit zu bloggen macht, dass ich nun schon fast retrospektiv auf meine Zeit in Griechenland blicke.. Da es mir bisher nicht so wirklich gelungen ist, einen roten Faden in all meine Begegungen hier zu bringen, habe ich überlegt, was mich persönlich in durch die Zeit begleitet hat. Abgesehen von meinem Nicht-Bloggen. Nach einiger Überlegung bin ich auf den NSA-Skandal gekommen.

Während Snowden Dokument für Dokument veröffentlichte und die deutschen Medien sich warm liefen in der NSA-Berichterstattung, arbeitete ich auf einem griechischen Bio-Bauernhof. Das klingt etwas idyllischer als es war. Wenn man an einen Bauernhof denkt, so denkt man seltener an das Geräusch der Wasserpumpe neben dem Schlafzimmer oder das Rauschen der Autobahn hinter den Feldern. Eine weitere Lektion gegen die Idealisierung des Landlebens verpassten mir die Disteln, hinter denen sich die langen Reihen voller Tomatenpflanzen geschickt verborgen. Die kleinen Stacheln der trockenen Pflanzen hängen noch heute in meinen Klamotten, meine Freizeit verbringe ich damit sie einzeln mit einer Pinzette aus dem Stoff zu ziehen (Hat jemand eine bessere Idee?).

SAM_0331

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